Wir lassen nicht locker…

Die aktuellen Ereignisse der Zeit scheinen alle anderen Probleme der Welt auf die Plätze zu verweisen. Aber leider ist das eine Problem nicht plötzlich weg, nur weil ein anderes auftaucht. Wir alle haben an den Auswirkungen der weltweiten Pandemie mehr oder weniger zu tragen. Und bei aller Anteilnahme an uns selbst sollten wir nicht die Last unterschätzen, die wir nicht tragen.

Wenn es uns so richtig schwer um die Seele ist, wenn uns die Decke auf den Kopf zu fallen scheint, wenn wir fürchten, wir werden den nächsten Morgen nicht mehr erleben, weil sich unsere Vorräte an Hygieneartikeln und Eier-Teigwaren auf wenige Kilogramm ausgedünnt haben, wäre ein Blick nach Rumänien ein willkommener Hoffnungsschimmer: Man kommt auch ohne klar, schon immer.

Auch in Rumänien besteht nach Militärverordnung Nr. 3 vom 24.3.2020 eine allgemeine Ausgangssperre. Ausnahmen: berufliche Tätigkeit, Besorgung von Gütern/Waren zur Deckung der Grundbedürfnisse, Arztbesuche und, nicht zu vergessen, im Todesfall. Und jetzt die gute Nachricht: für Bewohner der Siedlungen ändert sich quasi nicht viel! – Merken wir was?

Da kann einem ja sogar das Jammern vergehen.

Die Pandemie hat die Menschen in den rumänischen Armensiedlungen noch weiter ins Abseits gedrängt – und zwar hinter die weiße Linie. Wenn wir diese Menschen jetzt im Stich lassen, wird es Tag für Tag für viele von ihnen buchstäblich kein Morgen mehr geben.

Und deshalb lassen wir nicht locker.

Rumäniens vergessene Kinder – eine Situationsbeschreibung

Wir schreiben das Jahr 2010 – mitten im Nichts, ca. 50km südlich von Cluj Napoca, zwischen Tiefflieger-Airport und Autobahndreieck, befindet sich die Siedlung I.C.A.R. (eine ehemalige landwirtschaftliche Kooperative), in der Menschen in Behausungen leben, in denen wir hierzulande nicht einmal unser Feuerholz stapeln würden. Gleiche Siedlungen findet man in der 3km entfernten Stadt Campia Turzii (an der Müllkippe) sowie in den Randgebieten der umliegenden Dörfer. Die Lebensbedingungen sind katastrophal. Wasser, Kanalisation, Strom, Telefon – Fehlanzeige. Ärztliche Versorgung, regelmäßige Schulbesuche der Kinder, Jobs für die Erwachsenen – keine Chance.

Erst mit Hilfe eines Vereins namens Associatia Castel Banffy wurde begonnen, neue Häuser zu bauen, alte Gebäude zu sanieren, eine Kanalisation zu legen, eine gewisse Stromversorgung zu gewährleisten und vieles mehr. Das Ganze wurde erst möglich durch Gerhard Spitzer, einem Gas-Wasser-Installateur, den es vor Jahren über den gemeinnützigen Verein „Volkshilfe Wien“ nach Rumänien verschlagen hat, und der mit seinem treuen Mitstreiter Sandu Pop den Aufbau dieser Siedlungen leitet.

Das erklärte Hauptziel des gesamten Hilfsprojektes ist jedoch die massive Unterstützung schulischer und außerschulischer Aktivitäten der Kinder und Jugendlichen. Ohne Schulabschluß gibt es keinen Job. Ohne Job gibt es keinen Ausweg aus dem Elend. So einfach ist das.

Der Erfolg gibt den Beiden recht. Ihre jahrelangen Bemühungen bewirkten sogar ein Umdenken der Menschen dort. Dem Wunsch, aktiv an der eigenen Zukunft mitzuarbeiten, wich die anfangs vorgefundene Lethargie und Aussichtslosigkeit.

Doch so Vieles ist noch zu tun: alte festgefahrene Gewohnheiten der älteren Bewohner müssen abgelegt werden, um den Siedlungen eine Chance zu geben, sich weiter zu entwickeln. Viel zu wenige sind es noch, die durch die Hilfe des Vereins einen Schul- oder Berufsausbildungsabschluss geschafft haben. Dazu fehlen Leute, die den Kindern die Hilfe geben, die sie von ihren Eltern, so sie noch welche haben, nicht bekommen können.

Zudem liegen noch viele zum Teil lebenswichtige Einzelprojekte aus Geldmangel auf Eis: Überall gibt es einsturzgefährdete, aber bewohnte Hütten, die dringend saniert oder besser durch neue ersetzt werden müssten. Behandlungs- und Medikamentekosten müssen im Krankheitsfall selber getragen werden, da sich niemand dort eine Krankenversicherung leisten kann.

Hilfe bei Unfällen, Unterstützung bei Justizangelegenheiten oder auch nur Fahrten der Kinder zur Schule sind aus Geldmangel oft nicht möglich. Manchmal sind es aber auch „nur“ die vielen kleinen „Einzelbaustellen“ oder so profane Dinge wie das Begleichen von Rechnungen für Strom, Gas, Telefon oder Benzin. Die finanziellen Mittel beschränken sich derzeit hauptsächlich auf die spärlichen Einkünfte von Gerhard Spitzer, der ab 2020 nur noch Rente beziehen wird, einen Teil der Einnahmen einer Pfälzer Zahnarztpraxis, die im April 2020 schließt und unregelmäßige Sach- und Geldspenden. Mehrere Versuche ernstzunehmende Sponsoren für die Projekte des Vereins „Castel Banffy“ zu finden, scheiterten immer an deren Unaufrichtigkeit.

Wir wollen Euch mit dieser Webseite dafür begeistern, Euch für Benachteiligte einzusetzen, vor allem für die Kinder und Jugendlichen, die wir mit unseren Projekten unterstützen. Jeder kann dabei sein, sei es passiv durch Geldspenden, aktiv mit Arbeitseinsätzen oder der Entwicklung von ganz eigenen Projektideen. Wir freuen uns auf Euch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.