Das Vereinshaus in Luncani – Armenhaus oder Erfolgsgeschichte

Wenn man für das Hilfsprojekt-Rumänien arbeitet, lernt man schnell die freundliche Atmosphäre des Vereinshauses in Luncani zu schätzen. Hier leben zumeist bis zu zehn Bewohner, die dort Kost und Logis erhalten. Es ist ein angenehmer Ort, an dem Begegnung stattfindet, und an dem auch ich vom ersten Tag an ein Gefühl von herzlichstem Willkommensein verspürte. Meine Frage danach, wer denn das alles finanziert, ließ die Stimmung etwas kippen. Schnell wurde Allen einmal mehr klar, dass der Hauptfinanzierer ganz allein Gerhard mit seinem auch für rumänische Verhältnisse schmalen Gehalt, welches die „Volkshilfe Wien“ ihm zahlt, ist. Schon bei meinem ersten Besuch lernte ich Gerhard als einen Menschen kennen, der sich am trefflichsten mit dem Wort „selbstlos“ beschreiben lässt. Ich befürchte, dass sich sein gesamter persönlicher Besitz in einem einzigen Umzugskarton unterbringen ließe. Eine Bilanz, die nicht Jeden nach einem arbeitsreichen Leben mit Zufriedenheit erfüllen würde. 

So ist jeder Monat im Vereinshaus in Luncani geprägt von einer ständigen Ungewissheit, wie und ob die Rechnungen für Strom, Gas und Wasser bezahlt werden können, ob Geld für Diesel, anfallende Reparaturen oder Lebensmittel da ist, und da war ja noch etwas. Richtig: die Siedlungen in Luna, ICAR und …. 

Ich kenne europaweit kein Unternehmen, welches mit einer derart dünnen Finanzdecke auf so viele Erfolge verweisen könnte wie das Hilfsprojekt-Rumänien – sponsored by Gerhard Spitzer. Um wieviel erfolgreicher ließe sich die Arbeit bei einer solchen Effizienz mit einem angemessenen Finanzplan gestalten? 

Aus all dem gewann ich aber auch meinen wichtigsten Eindruck: Vertrauen. Nie zuvor war ich so restlos davon überzeugt, dass alles, was ich bis jetzt investiert habe, in so gute Hände kam. 

Das Vereinshaus in Luncani ist für mich das Fundament des gesamten Projektes. Dessen solide Grundfinanzierung, fernab schlafloser Nächte, hat sich der inzwischen Sechzigjährige nach nunmehr über zwanzig Jahren Basisarbeit mindestens verdient. 

Thomas Schwanke